PRESSETEXT:

 

"Die Leere, die räumliche Distanz ist das, in dem und durch das die Werkelemente von Ueberhorst zueinander in Verbindung treten. Das vielgestaltige, von unterschiedlichen Formen geprägte Spiel der Teile findet im leeren Raum statt. Es sind einzelne Gebilde, es sind aber auch ganze, horizontal und vertikal aufgespannte Sphären, die Ueberhorst neben- und übereinander platziert: Immer bricht zwischen ihnen und bzw. oder in ihrer Mitte das Nichts auf, der leere Raum - zugleich Medium und Bestandteil, flächig oder voluminal verdichtetes Formmoment des bildhauerischen Objekts. Die tiefe Einsicht, die sich in Ueberhorsts Werk auftut, ist die in die Abgründigkeit der Leere, ist das zur nachvollziehbaren, sinnlichen Gestalt gewordene Bewusstsein, dass alles in der Welt und die Welt im Ganzen sich vor dem Hintergrund eines unermesslichen Nichts vollzieht, das Anfang und Ende von Raum und Zeit in Dunkel hüllt und das in diese Welt hineinragt, in ihr selbst allgegenwärtig ist. Ueberhorsts Werke bilden Ballungszentren, in denen leerer und erfüllter Raum zu Ganzheiten geformt sind, in denen die Leere inmitten der Materie aufbricht - doch von ihr gestaltet, umrahmt, zu einer eigenen, fast materiellen Präsenz transformiert. Interaktionismus von Materie und Geist - dies ist es, was in Ueberhorsts Gestaltungen tatsächlich zum Ausdruck gelangt. Entstanden ist eine eigene Welt von Formen und Figuren, die in ihrer Vielfalt den Einfallsreichtum menschlicher Schaffenskraft belegen - wahrhaft zeitgenössische Kunst. Das Unergründliche dieser Kunst, ist auch das Unergründliche der Welt."

 

Aus „Gestalten um Nichts“ – zum bildhauerischen Werk von Wolfgang Ueberhorst

© Prof. Dr. Hans-Joachim Pieper